Freiimfelde e.V.

Was ist der Freiimfelde e.V.?

Der FiF e.V. wurde 2014 gegründet, um die alte Industriebrache am nördlichen Ende der Landsberger Straße zu sichern und daraus einen Park für die Nachbarschaft zu entwickeln. Unser Ziel ist es, einen Ort der Begegnung zu schaffen und gemeinsam Freiimfelde schöner zu gestalten.

Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe engagierter Bewohner*innen mit unterschiedlichen Interessen und Hintergründen, die sich mit viel Energie für die Neugestaltung von Freiimfelde einsetzen. Natürlich kümmern wir uns um die Brache, aber auch um Projekte, die sich quer durch das ganze Viertel ziehen, zum Beispiel die großen Liegestühle – und natürlich sind wir immer offen für Vorschläge!

 

Wie kann ich mitmachen?

Wir freuen uns über jede*n, der aktiv werden möchte:

  • Schreib uns eine Mail oder komm einfach zur Brache (Öffnungszeiten beachten), um zu erfahren, bei welchem Projekt konkret helfende Hände gesucht werden
  • Werde Mitglied (hier gehts zum Mitgliedsantrag)
  • Nimm an unseren Veranstaltungen teil
  • Nutze unsere Freizeitmöglichkeiten und bring z. B. deine Kinder zum Bauspielplatz
  • Leg dein eigenes Beet an oder gärtnere im Apothekergarten mit
  • …oder verwirkliche dein eigenes Projekt auf der Brache: sprich uns einfach an!

Bleib auf dem Laufenden und folge uns auf www.facebook.com/BracheFreiimfelde

 

Wer wir sind, was wir wollen (und wo wir herkommen)

Wir sind eine offene, große Gruppe. Manche von uns wohnen in Freiimfelde, andere quer durch die Stadt. Für manche steht die Gemeinschaft im Vordergrund, für andere der Freiraum, die Kommunikation mit Nachbar*innen, oder das Gärtnern. Uns eint, dass wir niemanden ausschließen – aber nur diejenigen bei uns willkommen heißen, die (weder durch ihre Worte, noch ihr Verhalten) Andere ausschließen.

Gemeinschaft muss gelebt werden; der Unterschied zwischen einem Stadtteil und einem Viertel ist, dass es in einem Viertel Orte gibt, an denen sozialer Zusammenhalt gelebt werden kann. Der Park in der Landsberger Straße ist für uns so ein Ort. Hier lernen wir Nachbar*innen kennen, hier arbeiten und gärtnern wir zusammen, lernen voneinander, und feiern miteinander.

Kinder brauchen Platz. Freiimfelde ist ein schönes Viertel, auf das wir stolz sind. Aber es ist für Kinder nicht immer die einfachste Gegend; die Kinderarmut ist eine der höchsten in der Stadt, die durchschnittlichen Bildungsabschlüsse sind niedrig.

Wir können ein System über Jahrzehnte zementierter Bildungsungleichheit nicht hier alleine korrigieren. Aber wir können Kinder einen Ort geben an dem sie körperlichen Ausgleich finden, Sport treiben können, und sich und ihre Umwelt erfahren dürfen. Dazu arbeiten wir eng mit dem Bürgertreff der „Jugendwerkstatt Frohe Zukunft“ zusammen.

Städte werden nicht „von selbst“ grün, Biodiversität braucht Raum. Wir bemühen uns, zur biologischen Vielfalt in unserer Stadt beizutragen indem wir einen Rückzugsort für Tiere und Insekten anbieten.

Unser Park schaut nicht aus wie ein französischer Schlossgarten. Wir könnten das vom Arbeitsaufwand her nicht leisten, und die meisten von uns fänden es auch nicht schön. Aber vor allem wäre es biologisch nicht sinnvoll. Bei uns dürfen Pflanzen blühen und verblühen, finden Käfer und Bienen ihre Nistplätze, und wird nicht jedes „Unkraut“ sofort gezupft, nur weil sein „Verwendungszweck“ nicht auf einem Schild steht.

Außerdem sind wir eine nette Gruppe mit gelegentlichem Sinn für Humor – kommt vorbei!

 

Wo wir herkommen

Viele, viele Jahre lang hieß die Fläche „Landsberger Str. 29“, die heute unser Park ist, nur „die Brache“. Das Grundstück war voller Schutt und Müll, und Überresten abgebrannter Ruinen. Gleichzeitig war es die einzige große freie Fläche in dem Viertel, das dank der Wandbilder zwar sehr bunt, aber auch sehr steinern ist.

Ab 2012 hat der Freiimfelde e.V. versucht mit dem ehemaligen Eigentümer ins Gespräch zu kommen, damit die Fläche von allen Menschen hier im Quartier als Nachbarschaftspark genutzt werden kann. Mit dem alten Eigentümer war jedoch in dieser Hinsicht nicht viel anzufangen, und wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben.

2016 gelang es dann dem Freiimfelde e.V., der Stadt Halle (Saale) und der Freiraumgalerie, die Montag Stiftung Urbane Räume nach Freiimfelde zu holen. Im Rahmen ihres Programms „Initialkapital“ engagierte sie sich für die kommenden drei Jahre (2017 bis 2019) in Freiimfelde: sie gründete die Urbane Nachbarschaft Freiimfelde gGmbH, eröffnete einen Nachbarschaftsladen, und unterstützte den Freiimfelde e.V. mehrere Jahre durch zwei Halbtagskräfte.

Vor allem aber kaufte sie das Grundstück, um es dauerhaft dem Immobilienmarkt zu entziehen und dort einen Nachbarschaftspark zu ermöglichen. Im Jahr 2017 gab es einen großen, partizipativen Planungsprozess, bei dem das ganze Viertel eingeladen war an der Planung des Parkes mitzuwirken. 2018 ging es dann los: Stadt Halle (Saale) und Montag Stiftung Urbane Räume investierten gemeinsam fast eine halbe Million Euro, um die Ruinen abzutragen, die obere, verunreinigte Erdschicht durch besten Ackerboden auszutauschen, und das Grundgerüst für den Park anzulegen.

Ende 2019 hat die Stiftung den Park dem Freiimfelde e.V. geschenkt. Als einer der wenigen Nachbarschaftsgärten und -parks sind wir somit nicht von der Gnade von Immobilieneigentümer*innen abhängig – wir selbst sind Besitzer*innen der Fläche!

Damit geht allerdings auch eine gewisse Verantwortung einher. Wir sind zwar kein ganz neuer Verein mehr, aber jahrelang waren wir ein „Parkverein ohne Park“ – erst jetzt sammeln wir langsam Erfahrung, und stricken jedes Jahr auf‘s neue an unserem Programm, an Abläufen, an unserer Kommunikation & Zusammenarbeit, und natürlich an unserer Finanzierung.

Es ist nicht immer einfach, manchmal schimpft man auch. So ziemlich jede*r von uns hat sich wahrscheinlich schonmal gefragt, warum sie/er das an seinem freien Samstag macht. Hier sind ein paar der Antworten:

– wir genießen die Gemeinschaft & Gespräche

– wir wollen Nachhaltigkeit konkret leben

– wir pflanzen eine grüne Oase für unser Viertel

– wir schaffen und erhalten Freiräume

– wir haben Spaß daran, großes Zeug zu bauen

– Von selbst ist noch nie etwas besser geworden!

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